Mit dem Ankauf des Hofes Idingen hat es sich der Landkreis zur Aufgabe gemacht, ein Jugend- und Bildungshaus zu schaffen, das den gestiegenen Anforderungen an die Arbeit mit jungen Menschen sowohl jetzt als auch in Zukunft gerecht wird.
Bei der Erarbeitung des pädagogischen Konzeptes für das neuzuschaffende Haus war von folgenden Überlegungen/Voraussetzungen auszugehen:

1.) Die bereits bestehenden und bewährten Konzepte der vom Landkreis betriebenen Jugendarbeit- Jugendbildungsstätte Oerbke, Arbeitslosentreffpunkte "Butze" und "Tu Wat", ansatzweise auch das ehemalige Schullandheim Ehrhorn sowie Konzepte der Jugendsozialarbeit- unter einem Dach zu integrieren.

2.) Die in der vom Jugendwohlfahrtsausschuß gebildeten Arbeitsgruppe entwickelten Gedanken in das Konzept des Jugendhofes Idingen einfließen zu lassen.
Hierbei geht auch darum, neue Ansätze und Wege zu verfolgen.

3.) Die Vorgaben des am 1.1.1991 in Kraft getretenen Gesetzes zur Neuordnung des Kinder - und Jugendhilferechts (Kinder- u. Jugendhilfegesetz - KJHG) zu berücksichtigen, da der Gesetzgeber die Träger der öffentlichen Jugendhilfe in § 11 Abs. 1 KJHG dazu verpflichtet, die zur Förderung der Entwicklung junger Menschen erforderlichen Angebote zu schaffen. Hierbei wird u.a. insbesondere die Jugendbildung (§11 Abs. 3), die Förderung der Jugendverbände (§12), der Bereich der Jugendsozialarbeit (§13) und der erzieherische Kinder- und Jugendschutz (§14) genannt und hervorgehoben.

Das nachfolgende Konzept ist nunmehr der Versuch, den konzeptionellen Rahmen unter Berücksichtigung der genannten Vorgaben für den Jugendhof Idingen abzustecken.
Um dennoch eine flexible Jugendarbeit zu gewährleisten, die gegenüber innovativen Gedanken offen ist, wurde bewußt auf ein in allen Einzelheiten detailliertes Konzept verzichtet. In gewissem Umfang muß gerade im Bereich der Jugendarbeit Raum zum "Experimentieren" und Erproben neuer Methoden und Ansätze sein, die sich aus der pädagogischen Praxis ergeben.
Nur so ist es auch zukünftig möglich, auf die sich ständig ändernden Bedürfnisse junger Menschen einzugehen. Jugendarbeit muß hierauf flexibel reagieren und sich auf den Wandel der Lebensumwelt Jugendlicher einstellen.
Insgesamt wird sich ein breitgefächertes pädagogisches Angebot im Jugendhof Idingen ergeben. Dies ist nicht nur anzustreben, sondern auch deshalb sinnvoll, da hieraus eine Vielfalt von Möglichkeiten der Kommunikation und Kooperation resultiert, die die Einrichtung mit Leben füllt.
Zur Bewältigung der hieraus neu erwachsenden Anforderungen ist im pädagogischen Bereich - neben dem Einsatz der bisherigen hauptamtlich, ehrenamtlich und auf Honorarbasis tätigen Fachkräfte - sowie die Einstellung eines pädagogisch ambitionierten Hausmeisters notwendig.Für die Zukunft ist noch der Einsatz eines/einer Bildungsreferenten/-in vorzusehen.

Konzeption:

Der Jugendhof Idingen ist eine Einrichtung der außerschulischen Jugend- und Bildungsarbeit in Trägerschaft des Landkreises Soltau-Fallingbostel.
Sie dient der vom Landkreis getragenen und initiierten Jugendarbeit im Rahmen des nachfolgenden Konzeptes.
Er versteht sich gleichermaßen als Jugend-, Bildungs- und Kulturhaus , das das Ziel verfolgt, die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen zu fördern, sie zur Selbstbestimmung zu befähigen und sie zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und sozialem Engagement anzuregen.
Zur Realisierung dieser Zielsetzung werden im Jugendhof Idingen Angebote der politischen, kulturellen, sozialen, gesundheitlichen, ökologischen, technischen und musisch-kreativen Bildung durchgeführt, die in Form von Seminaren, Tagungen, nationalen und internationalen Jugendbegegnungen sowie Tages-, Abend- , Wochenendveranstaltungen und Zeltlagern stattfinden .
Die Angebote des Jugendhofes Idingen orientieren sich an den Interessen und Wünschen junger Menschen, wobei diese an der Mitgestaltung der Angebote beteiligt werden und sie mitbestimmen.
Mit seinen Aktivitäten will der Jugendhof Idingen die in den Städten und Gemeinden des Landkreises betriebene verbandliche und öffentliche Jugendarbeit unterstützen und fördern. Hierzu wendet er sich mit seinen Angeboten vor allem an die örtlichen Jugendgruppen und -initiativen, Jugendverbände und -vereine, Multiplikatoren in der Jugendarbeit und interessierte Jugendliche. Ziel ist es, daß die an den Veranstaltungen des Jugendhofes Idingen Teilnehmenden ihre erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten in ihre Gruppen tragen, wodurch eine Ausstrahlung der zentralen Angebote des Jugendhofes in die Städte und Gemeinden gewährleistet werden soll.
Hierdurch wird nicht nur eine dezentrale Wirkung des Idinger Jugend-, Bildungs- und Kulturhauses erreicht, sondern es wird somit auch zur Nahtstelle zwischen verbandlicher und öffentlicher Jugendarbeit. Hierzu steht der Jugendhof Idingen den Jugendgruppen und Verbänden auch für die Realisierung eigener Aktivitäten zur Verfügung.
Ergänzt wird die wechselseitige Funktion des Jugendhofes Idingen zwischen verbandlicher und öffentlicher Jugendarbeit durch gemeinsame Aktivitäten vor Ort mit den Jugendgruppen und Jugendverbänden, wobei u.a. die im Jugendhof verfügbaren Medien und neuen Techniken zum Einsatz kommen. Zu denken ist hier beispielsweise auch an Angebote im Rahmen der Jugendfilmarbeit, die Durchführung von Jugendgruppenleiterkursen oder die Veranstaltung von Seminaren im musisch-kreativen und problemorientierten Bereich in den Städten und Gemeinden des Landkreises. Der Akzent liegt hierbei auf der Gemeinsamkeit der Angebote, wodurch sich die verbandlichen und öffentlichen Aktivitäten gegenseitig beleben.
Der Jugendhof Idingen dient darüber hinaus der vom Landkreis betriebenen Jugendsozialarbeit.
Neben dem Projekt " Sozialpädagogische Hilfen für arbeitslose junge Menschen ", das mit seinen Elementen "arbeitsorientierte/arbeitsorientierende Angebote, Freizeit- und Bildungsangebote sowie Beratung und Einzelfallhilfe" z.T. eigene, aber auch gruppenübergreifend zu nutzende Räumlichkeiten auf dem Gelände des Jugendhofes zur Verfügung hat, soll das Haus auch der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen aus sozial schwachen und benachteiligten Familien dienen. Hierbei handelt es sich um eine soziale Gruppenarbeit, die in Kooperation mit anderen Trägern überwiegend vor Ort stattfindet.
Die Nutzung des Jugendhofes mit seinen vorhandenen Räumlichkeiten erfolgt durch diese Gruppen bedarfsorientiert.
Im Rahmen der Jugendsozialarbeit bietet der Jugendhof Idingen desweiteren die Möglichkeit zur Unterbringung von jungen Menschen, die aufgrund familiärer und/oder persönlicher Konfliktsituationen nicht in ihrem Elternhaus verbleiben können. Hierzu stehen zwei Einzelappartments zur Verfügung, die jedoch nicht als Inobhutnahmestellen für sog. aufgegriffene Jugendliche dienen.
Ein weiteres Feld, dem der Jugendhof Idingen dienen soll, ist der Bereich der Mädchenarbeit. Diese hat der Landkreis auch in Zusammenarbeit mit anderen Trägern in den Städten und Gemeinden organisiert bzw. ist dabei sie auszubauen, so daß hier ebenfalls eine Nutzung der vorhandenen Räumlichkeiten bedarfsorientiert erfolgen kann. Die besondere Förderungswürdigkeit dieser Arbeit soll unterstrichen werden, indem ihr eine Präferenz bei der Nutzung des Jugendhofes Idingen eingeräumt wird.
Einen Schwerpunkt in der Arbeit des Jugendhofes Idingen wird der Bereich der Jugendkulturarbeit bilden. Neben Angeboten in den Bereichen Musik, Theater, Film u.ä., sollen junge Menschen in Idingen Möglichkeiten vorfinden, die der Förderung ihres kreativen Tuns dienen.
Die Einbeziehung des Kreisjugendringes und des Kreissportbundes in das Konzept des Jugendhofes Idingen ist auf dem Hintergrund zu betrachten, daß die genannten Organisationen ein breites Spektrum der verbandlichen Jugendarbeit repräsentieren und die Interessen einer großen Anzahl von jungen Leuten vertreten.
Die Förderung der nicht verbandsgebundenen Jugendlichen und Jugendarbeit bedarf der besonderen Unterstützung.
Die anzustrebende räumliche Einbindung des Kreisjugendringes und des Kreissportbundes würde die bereits oben erwähnte Funktion des Jugendhofes Idingen als Nahtstelle zwischen verbandlicher und öffentlicher Jugendarbeit verstärken, wodurch Idingen auch zum Kommunikationszentrum zwischen den genannten Formen der Jugendarbeit wird.
In gleicher Weise wie die nicht ständig auf dem Jugendhof Idingen präsenten Verbände haben der Kreissportbund und der Kreisjugendring die Möglichkeit zur Nutzung der Einrichtung.
Der Schwerpunkt in der Arbeit des Jugendhofes Idingen liegt im Bereich der öffentlichen Jugendarbeit.
Der Jugendhof Idingen versteht sich auch nicht als Einrichtung der offenen Jugendarbeit und verfolgt somit andere pädagogische Zielsetzungen als beispielsweise Jugendzentren und Freizeitbegegnungsstätten.
Vielmehr ist der Jugendhof Idingen als Belegeinrichtung für örtliche und überörtliche Träger der Jugendpflege, Jugendhilfe, Jugendbildung und Jugenderholung offen.
Aufgrund der ländlichen und weitläufigen Struktur des Landkreises wird die Erreichbarkeit des Jugendhofes Idingen, insbesondere für junge Menschen, die im Rahmen der Jugendsozialarbeit zu betreuen sind, durch Angebote zu gewährleisten sein, die deren Mobilität gewährleistet. Ein Beispiel hierfür könnte die Organisation eines Fahrdienstes sein, wie er im Arbeitslosenprojekt praktiziert wird.
Konzept